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Wer ein Auge auf die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte wirft, wird die politischen
und sozialen Veränderungen nurschwer leugnen können. Da ist die Rede von globalen
Märkten, an denen sich internationalen Konzerne ausrichten, und von internationalen
Finanzmärkten, die weltweit über das Plus und Minus nationaler Ökonomien
entscheiden.
Entscheidend verändert hat sich auch die Stellung, die der Staat zu diesem
gesellschaftlichen Wandel eingenommen hat und damit das gesellschaftliche Klima schafft,
das ein Wohnprojekt wie "Durchbruch" nicht unberührt lässt.
Der Staat interpretiert den globalen Weltmarkt als Sachzwang, dem man sich anpassen muss.
Sprich: der sozialstaatliche Verteilungsmodus wird untergraben, ein schlanker Staat gefordert.
Der Sozialstaat wird für bankrott erklärt und die Leistungen, die er für
seine Bürger und Bürgerinnen ausgibt, werden als zu teuer ausgegeben.
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Die gesellschaftliche Kälte und zunehmende Verarmung breiter Massen kann zudem durch eine
Entwicklung gefördert werden, die bereits in der BRD der 70er Jahre ansetzte:
Individualisierung und Pluralisierung. Man weiss, das diese Tendenzen, die dass Auflösen
traditioneller Familienstrukturen und ihre Aufgliederung in eine Vielfalt von Lebensformen
beschreiben, nicht negativ sein müssen.
Singles, Alleinerziehende, nichteheliche
Lebensgemeinschaften, Patchworkfamilien oder PartnerInnen, die keinen gemeinsamen Haushalt
führen, können diese gesellschaftliche Entwicklung durchaus als grö฿eren Freiraum
interpretieren. Umgekehrt können die Reformen des Sozialstaates sie auch direkt zur
breite Masse der Benachteiligten machen.
Gegen die Kälte dieser staatlichen Umwälzung
setzt ein Wohnprojekt wie "Durchbruch" auf eine kollektive Wohnform die der Verarmung
vorbeugt und ein solidarisches Wohnen favorisiert.
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